Franchising / Franchise

Der Begriff Franchising (von engl.: french; bezogen auf "französisch" frank, frei) oder Konzessionsverkauf bezeichnet eine Geschäftsmethode, bei der ein Franchisegeber einem Franchisenehmer die regionale Nutzung eines Geschäftskonzeptes gegen Entgelt zur Verfügung stellt.

1 Grundlagen
2 Vorteile für den Franchise-Nehmer
3 Vorteile für den Franchise-Geber
4 Statistik
5 Risiken
Grundlagen des Franchising

Das Franchising ist als neuere Vertragsform weder im Bürgerlichen Gesetzbuch noch im Handelsgesetzbuch geregelt. Der Franchisenehmer ist stärker in das Vertriebssystem des Franchisegebers eingebunden als der bloße Vertragshändler. Franchising wird von Großunternehmen mit einer weit verzweigten Filialstruktur angewendet, um die Filialleiter in eine Scheinselbständigkeit zu überführen. Obwohl völlig vom Zentralunternehmen abhängig, haben diese keinen Arbeitnehmerschutz. Die Angestellten des Franchisenehmers arbeiten durch diese Struktur in einem Kleinbetrieb, was das Geltendmachen von Arbeitnehmerrechten erschwert. Der Franchisenehmer verkauft seine Erzeugnisse oder seine Dienstleistung zwar rechtlich selbständig, zahlt jedoch Gebühren für die Verwendung einheitlicher Ausstattung, eines einheitlichen Namens und Auftretens nach außen, eines Symbols oder zur Nutzung einer Marke und eines einheitlichen Vertriebssystems sowie oftmals für gemeinsame Buchhaltung. Der Franchisegeber bildet den Franchisenehmer aus, er überprüft die Umsetzung des Konzeptes und darf Anweisungen erteilen.

Der Franchise-Nehmer ist dennoch Händler im eigenen Namen und auf eigene Rechnung.
Vorteile für den Franchise-Nehmer

* Der Eintritt in den Markt wird beschleunigt, weil das System bekannt und etabliert ist.
* Der Franchise-Nehmer hat Gebietsschutz.
* Der Franchise-Geber stellt ein getestetes Geschäfts-Konzept und dazu ein komplettes Leistungspaket zur Verfügung.
* Der Franchise-Geber hat durch langjähriges Marketing ein gutes Image aufgebaut und pflegt dieses permanent.
* Die Kreditwürdigkeit ist bei Banken höher, da das unternehmerische Risiko reduziert ist.
* Der Franchise-Nehmer ist dennoch selbständiger Unternehmer.
Vorteile für den Franchise-Geber

* Der Franchise-Geber nutzt insbesondere die Bereitschaft des Franchise-Nehmers als selbständiger Unternehmer.
* Wenn ein vorhandener Betrieb als Franchise-Nehmer übernommen wird, kann sofort auf ein laufendes Geschäft und einen festen Kundenstamm zurückgegriffen werden.
* Der Franchise-Geber kann den erheblichen Aufwand eines Filialsystems vermeiden, und ein für sein Unternehmen zugeschnittenes Vertriebsnetz aufbauen.
* Der Franchise-Geber kann sein marktbewährtes System und Know-how mit einem recht geringen Kapitaleinsatz vermarkten.

Statistik

Die wichtigsten Franchise-Aktivitäten in Deutschland

* Einzelhandel 32,5 %
* Hotellerie und Gastronomie 8,4 %
* Makeln und Vermitteln 8,3 %
* Schulung und Beratung 7,2 %
* Büroarbeit und Geschäftshilfe 6,5 %
* Personenbetreuung u. -pflege 6,1 %
* Transport und Zustellung 5,1 %
* Reparatur und Renovierung 4,8 %
* Herstellung und Verarbeitung 4,7 %

Quelle: Fachverlag U. Kessler, Erhebung bei 941 Franchise-/Lizenzgebern, (Stand: 8/2002).

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Risiken

Trotz praktischer Vorteile kann es vor allem bei kleineren und markenschwachen Franchisegebern vorkommen, dass die Systempartnerschaft wenig oder nichts wert ist. Fälle, in denen der Franchisenehmer einige dutzend Seiten wertlose Marketingsprüche und die Verpflichtung bei einem bestimmten Großhändler einzukaufen teuer erstehen, kommen immer wieder vor. Im Fall langfristiger Abnahmeverpflichtungen ohne präzise Marketing- und Schulungsleistungen beziehungsweise ohne verbindliche Zusage einer Verwaltungsdienstleistung für den Franchisenehmer kann sich die sonst sinnvolle Idee der Arbeitsteilung und Systempartnerschaft somit auch als wenig seriöse Methode einer Distributionspolitik darstellen, die darüber hinaus i.d.R. noch nicht einmal rechtlich beanstandet werden kann. Ein Nachteil für den Franchise-Nehmer ist ebenfalls, dass ihr Unternehmensgewinn durch direkte und indirekte Abgaben geschmälert wird.

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